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Chronik |
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Heinrich Altenburg, ein Lokomotivführer aus Schneidemühl, gründete 1950 mit einer Gruppe von Hobbymusikern eine kleine Tanzkapelle. Besetzt waren am Anfang die Instrumente Geige, Akkordeon, Trompete, Tenorhorn und Schlagzeug. Nach und nach kamen weitere musikbegeisterte Eisenbahner hinzu. Von einer ehemaligen Betriebskapelle des Bahnhofs Nordenham erhielt man kostenlos vier Blasinstrumente, gebraucht, aber noch spielbereit. 1955 kamen Erwin Kuschnereit und Helmut Boyksen hinzu ... das war die Geburtsstunde der Blasmusik. Im Winter wurde der Kanonenofen mit Lokomotivkohle zum Glühen gebracht. Mit mäßigem Erfolg, dennoch wurde mit blaugefrorenen Händen fleißig geprobt. Langsam, aber stetig, vergrößerte sich das Häuflein. Geld für den Kauf von Instrumenten und Noten war kaum vorhanden; jedes Mitglied zahlte 50 Pfennig Beitrag pro Woche. Öffentliche Auftritte wurden relativ bescheiden bezahlt, 120,- DM für einen Auftritt beim Schützenfest oder Maibaumsetzen waren schon Spitze. Man bedenke, dies alles für An- und Abfahrt, Umzug und Platzkonzert. Da Autos zu dieser Zeit ein unbezahlbarer Luxus waren fuhr man mit dem Zug zu den Auftritten. Gelegentlich auch mal als Beifahrer auf einer Dampflokomotive. Mit 12 Mann auf dem Führerstand wurde es dort sehr eng. Das Fahrrad war ebenfalls ein geeignetes Beförderungsmittel. Fahrten nach Schwei oder Seefeld, bepackt mit Schlagzeug und Tuba waren nichts außergewöhnliches. Bedingt durch Personalabbau bei der Bahn wurden in den 60er Jahren auch musikliebende Nichteisenbahner aufgenommen. Nach langen und heißen Diskussionen wurden sogar Mädchen und Frauen aufgenommen. Wahrlich eine tiefgreifende Entscheidung der musizierenden Männerwelt.
Anfänger wurden von erfahrenen Mitgliedern des Orchesters ausgebildet. Die Ausbildung war kostenlos, man erwartete jedoch regelmäßige Teilnahme an Proben, Veranstaltungen sowie Treue zum Orchester. Zwischenzeitlich wird die Ausbildung von Musikschullehrern gegen Entgelt vorgenommen.. Im Laufe der nunmehr 50jahren hat sich das BSW-Orchester Brake zu einem anerkannten Klangkörper entwickelt. Die Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen der Bundesbahn - von Hamburg bis Nürnberg - sind Zeichen der Qualität des Orchesters. 1970 übernahm Helmut Boyksen das Dirigat, 1985-1987 sein Sohn Günther zusammen mit Rüdiger Drewanz. Von 1988 bis 1999 dirigierte Günther Boyksen alleine, unterbrochen durch eine dreijährige Gastspielschaft von Stephan Sperlich und Karl-Heinz Grögor zwischen 1991 - 1994. Nach Grigori Pantejelew im Jahr 2000 gab der Musikschullehrer Arne Müller ab 2001-2002 den Takt an. Seit 2003 hat Thomas Schröder von der Musikschule Brake das Dirigat übernommen. Dadurch sind gute Kontakte zur Musikschule entstanden, die sehr wichtig für die Ausbildung unseres Nachwuchses sind. Das Orchester ist mit und für die Bundesbahn viel gereist, u.a. auch ins benachbarte Ausland, hier in erster Linie Padborg in Dänemark. In den 80er Jahren musizierte man auf etlichen Leistungsschauen der DB, z.B. in Hamburg (Internationale Verkehrsausstellung), Quakenbrück, Brake, Bruchhausen-Vilsen, Braunschweig, Minden, Northeim, etc. Über all die Jahre wurde außerdem rege an Schützenfesten, Jahrmärkten und Stadtfesten teilgenommen, u.a. Kirchhammelwarden, Oberhammelwarden, Brake, Boitwarden, Golzwarden, Huntebrück, Altenhuntorf, Rastede sowie der Kultur- und Sportwoche in Brake. Am Roonkarker Markt wird schon seit über 40 Jahren mitgewirkt. Diverse öffentliche Begebenheiten waren Anlass für ein musikalisches Intermezzo, beispielsweise 1960 "125 Jahre Deutsche Eisenbahn", 1976 Einweihung Polygras-Stadion Brake, 1977 erster Strommast der E-Leitungsstrecke Hude-Nordenham, 1985 "150 Jahre Deutsche Eisenbahn" in Nürnberg, 1987 "125 Jahre Stadtkirche Brake", 1988 Freigabe Dürertrasse, 1989 "100 Jahre Hauptbahnhof Bremen", 1999 Einweihung Binnenhafenstraße. Seit 1980 gibt es jährlich wiederkehrend im Forum des Berufsbildungs-Zentrum Brake das sogenannte Frühjahrskonzert. In der Stadthalle Elsfleth wird seit 1993 ein Konzert zum 1.Advent veranstaltet. Seit dem 04.August 1999 ist das Orchester ein eingetragener Verein. In 1972 und 1990 wurden Schallplatten aufgenommen. Mit einigen Vereinen verbinden uns besondere Bande, so z.B. mit dem Braker Spielmannzug, der Kapelle der Fettraffinerie Brake und der Nordenhamer Stadtkapelle. Zu verschiedenen Anlässen wurden mit diesen Musikvereinen Gemeinschaftskonzerte veranstaltet. Enge Verbindungen bestehen auch zur Niederdeutschen Bühne Brake, deren Kontakte nicht zuletzt durch den ehemaligen Bühnenvorsteher Arnold Cordsen geknüpft wurde. Neben den musikalischen Aktivitäten kommt auch der Freizeitspaß im Vereinsleben nicht zu kurz: Geburtstagsfeiern, Kohlfahrt, Grillfest, Fahrradtour, um nur einige zu nennen. Das Orchester hat heute ca. 30 aktive Mitglieder, von denen ein Teil allerdings nicht mehr der Deutschen Bahn AG angehört. Mitspielen kann vielmehr jeder Musikbegeisterte. |